Geschichte der Sipplinger Steiluferlandschaft

 

In der Flachwasserzone vor Sipplingen zeugen bedeutende Funde von ehemaligen Pfahlbaudörfern aus der Jungsteinzeit
(ca. 3.840-1.800 v. Chr.).

In der Tourist-Information www.sipplingen.de am Bahnhof Sipplingen befindet sich eine kleine, aber sehr sehenswerte Ausstellung.

Zunächst war der Einfluss des Menschen auf die Landschaft allerdings gering. Erst im Mittelalter wurde der Wald großflächig gerodet und auf die extremen Steillagen zurückgedrängt. Im 14. und 15. Jahrhundert entwickelte sich Sipplingen zu einem bedeutenden Weinbauort. Im 18. Jahrhundert wurden knapp 200 Hektar als Weinberge in Sipplingen bewirtschaftet. Durch den Bau der Bodenseegürtelbahn um 1900 verbilligte sich der Transport und damit der Weinpreis erheblich. Hinzu kam ein massiver Befall durch die Reblaus, welche den Weinanbau in Sipplingen zum Erliegen brachte. Nach dem Einbruch des Weinbaus wurden die Weinbauflächen in den Steillagen als Mähwiese bewirtschaftet, die ebenen und leicht geneigten Flächen dienten dem Ackerbau. Schon früher setzte sich neben dem Weinbau in Sipplingen immer mehr der Obstbau durch. Für seine Kirschen ist Sipplingen heute noch berühmt.

Nach dem Krieg, verstärkt in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts, setzte ein erneuter Landschaftswandel ein. Die schlecht zu bewirtschaftenden steilen Mähwiesen fielen zunehmend aus der Nutzung und wuchsen mit Gebüschen zu.

Die einmalige Kulturlandschaft um Sipplingen wird heute durch Pflegemaßnahmen der Landschaftspflege und Beweidungs-projekte des Naturschutzes offen gehalten.