Magerrasen

 

Auf den flachen, nach Süden exponierten Steillagen findet man artenreiche magere Wiesen. Diese wegen ihres geringen Aufwuchses als „Magerrasen“ bezeichneten Flächen können sehr artenreich sein und weisen eine Vielzahl gefährdeter Pflanzenarten auf, darunter die Orchideen Helm- Knabenkraut (Orchis militaris), Purpur-Knabenkraut (Orchis purpurea), Mücken- Händelwurz (Gymnadenia conopsea) sowie Bienen- und Fliegenragwurz (Ophrys apifera, Ophrys insectifera).

Viele Flächen zeichnen sich durch einen großen Blütenreichtum aus. Sonnenröschen (Helianthemum nummularium), Zypressenwolfsmilch (Euphorbia cyparissias) Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) und Echter Wundklee (Anthyllis vulneraria) bestimmen den gelben Blühaspekt im Frühjahr.
In gut entwickelten Magerrasen dominiert unter den Gräsern die Aufrechte Trespe (Bromus erectus). Bei fehlender oder unzureichender Pflege oder Beweidung setzt sich die Fiederzwenke (Brachypodium pinnatum) durch. Sie bildet einen dichten Filz und verdrängt die krautigen Pflanzen wie Echten Wundklee oder Hufeisenklee.

Nach Auflassung von Nutzung und Pflege breiten sich auf den Magerrasen Gestrüppe und Gebüsche aus. Besonders problematisch sind die Brombeere (Rubus fruticosus agg.) und die Waldrebe (Clematis vitalba), welche innerhalb weniger Jahre nach Auflassung der Pflege die Flächen überwuchern. Auch Sträucher und Bäume dringen in die Magerrasen ein, hierunter sind insbesondere Hartriegel (Cornus sanguinea), Zitterpappel (Populus tremula) und Robinie (Robinia pseudoacacia) zu nennen.