Tobel

„Tobel“ ist eine regionale Bezeichnung für „Schlucht“. Die bedeutendste Erscheinung, der Hödinger Tobel, ist in die steilen Molassefelsen bis zu 115m tief eingeschnitten und erinnert an die Schluchten der Schwäbischen Alb. Dazu tragen die Kalkquellfluren und Arten wie Türkenbund (Lilium martagon) und Silberblatt (Lunaria rediviva) bei. Gerade das Silberblatt setzt hier seine Akzente: Im Mai fällt es wegen seiner großen lila gefärbten Blüten auf und im Winter bilden die silbrig-weißen Scheidewände der Früchte einen reizvollen Kontrast im dunklen Tobel. Unten am Bach gedeiht ein Ahorn- Eschenwald. In der Krautschicht findet man neben den erwähnten Arten Milzkraut (Chrysosplenium alternifolium) und zahlreiche Moose und Farne, darunter das Echte Brunnen-Lebermoos (Marchantia polymorpha).

 

Besonders schön kann man die Kalktuffbildung im Tobel studieren. Gelangt sehr kalkhaltiges Quellwasser an die Erdoberfläche, wird die Kohlendioxid-Konzentration geringer, weil sich das Wasser erwärmt und Kohlendioxid durch Photosynthese der Quellmoose verbraucht wird. Das im Wasser gelöste Calciumbicarbonat zerfällt dann zu Calciumcarbonat (Kalk) und Kohlensäure und der Kalk fällt aus. Der ausfallende Kalk schlägt sich an Moosen und anderen lebenden oder toten Materialien nieder. Die organische Substanz vermodert und es bilden sich kleine Hohlräume. Das entstandene Gestein nennt man Quelltuff oder Travertin.